Radarsensoren machen das Autofahren sicherer
(djd). Ein wichtiger Orientierungspunkt beim Autofahren ist das vorausfahrende Fahrzeug. Wie groß ist der Abstand, wie schnell ist es unterwegs? Was der Mensch bestenfalls näherungsweise abschätzen kann, messen Radarsensoren höchst exakt bis zu 20-mal pro Sekunde. Damit können sie mögliche Gefahrensituationen wesentlich schneller und zuverlässiger erkennen als der Mensch – und auf diese Weise das Autofahren sicherer machen. Denn die Radarsensoren sind die Basis für eine Vielzahl nützlicher Fahrerassistenzsysteme – diese halten beispielsweise automatisch den gewünschten Abstand zum Vordermann oder warnen in kritischen Situationen und können das Auto sogar selbsttätig abbremsen. Die Technik, die bis vor wenigen Jahren hauptsächlich Modellen der Oberklasse vorbehalten war, hält nun in allen Fahrzeugklassen Einzug.

Foto: djd/Bosch/Ralf Grömminger
Radarsensoren liefern wichtige Umfeldinformationen für viele Fahrerassistenzsysteme
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Die Hauptaufgabe der Radarsensoren ist, Objekte auf und neben der Fahrbahn zu erkennen sowie Geschwindigkeit und Position in Relation zum eigenen Fahrzeug zu messen. „Diese Daten müssen absolut verlässlich sein, damit sie in komplexen Situationen wie bei automatischen Notbremsungen eingesetzt werden können. Sie werden auch für das teilautomatisierte und bedingt automatisierte Fahren der Zukunft benötigt“, erklärt Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereiches Chassis Systems Control. Heutige Radarsensoren können nicht nur den vorderen Bereich, sondern auch den Bereich neben und schräg hinter dem Fahrzeug überwachen. So lassen sich zahlreiche Fahrerassistenzfunktionen realisieren – beispielsweise automatische Notbremssysteme, ACC, Querverkehrswarnungen, Spurwechselassistenten, Linksabbiegeassistenten und Ausstiegswarnungen.

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Technik wird immer kompakter und leistungsstärker
Natürlich bleibt auch in diesem Bereich die Technik nicht stehen: Um automatisiert fahren zu können, werden die Radarsensoren mit höherer Rechenleistung ausgestattet, sodass sie noch präziser arbeiten und die Umgebung noch genauer erfassen können. Seit dem Serienstart der ersten Sensoren hat etwa Bosch diese intensiv weiterentwickelt: Kleiner, kompakter, leistungsfähiger. Schon bei der zweiten Generation haben sich Reichweite und Öffnungswinkel verdoppelt. Mittlerweile ist die vierte Generation in Serie, die fünfte steht bereits in den Startlöchern. Allein der deutsche Automobilzulieferer hat rund 20 Millionen Radarsensoren produziert – vor fünf Jahren waren es gerade eine Million.

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Fahrerassistenzsysteme auf dem Vormarsch
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Automatische Notbremssysteme, Einparkhilfen, Totwinkelwarner, Spurhalteassistent oder Querverkehrswarner: Sogenannte Fahrerassistenzsysteme gehören in immer mehr Neufahrzeugen bereits zur Serienausstattung. Verstärkt wird die große Nachfrage nach den elektronischen Fahrhelfern unter anderem durch wachsende Anforderungen an die Sicherheitstests für Neufahrzeuge gemäß Euro NCAP sowie durch das Ziel der Gesetzgeber, den Straßenverkehr sicherer zu machen und die Anzahl der Verkehrstoten zu reduzieren. Mitte Mai etwa hat die EU-Kommission einen neuen Gesetzesvorschlag vorgelegt („General Safety Regulation“), der viele Fahrerassistenzsysteme für neue Fahrzeugtypen ab 2022 gesetzlich verpflichtend vorschreiben will.

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