Positive Haltung zum automatisierten Fahren hängt nicht von der Fahrzeugklasse ab

 

(djd). Autofahren im Stau ist keine angenehme Sache. Viele fühlen sich durch das ständige Stop-and-go im morgendlichen Berufsverkehr genervt. Wie angenehm wäre es, wenn in solchen Situationen das Auto komplett die Regie übernimmt und die Insassen eigenständig und sicher ans Ziel bringt? Automatisiertes Fahren prägt die zukünftige Mobilität. Noch befindet sich die Technologie zum automatisierten Fahren jedoch in der Entwicklung. Auf Straßen, Autobahnen und in vereinzelten begrenzten Stadt- und Kommunalgebieten sind bis jetzt nur Erprobungsfahrzeuge unterwegs. Obwohl aktuell nur sehr wenige eine Fahrt mit einem hoch- oder vollautomatisierten Fahrzeug persönlich erleben konnten, kann sich über die Hälfte der Befragten zukünftig automatisiertes Fahren vorstellen, wie eine repräsentative Online-Marktstudie im Auftrag von Bosch zeigt. Befragt wurden Führerscheinbesitzer ab 18 Jahren in Deutschland, China, Japan und den USA.

 

Das automatisierte Fahren der Zukunft findet viel Zustimmung, hat eine aktuelle, repräsentative Studie ergeben.
Das automatisierte Fahren der Zukunft findet viel Zustimmung, hat eine aktuelle, repräsentative Studie ergeben.
Foto: djd/Robert Bosch/Martin Stollberg

 

Zustimmung zur selbstfahrenden Technik hängt nicht von der Fahrzeugklasse ab

 

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Das Resultat der Studie: Größtenteils überwiegt die Zustimmung zum Thema automatisiertes Fahren. Einerseits gaben 58 Prozent der in Deutschland Befragten an, dass ihnen Autofahren Spaß macht und sie ihren eigenen Fahrfähigkeiten mehr trauen als einem automatisierten System. Andererseits können sich bereits 59 Prozent der Befragten vorstellen, sich von Fahrerassistenzsystemen oder stärker automatisierten Lösungen im Fahrzeug unterstützen zu lassen. In China sind dies sogar 87 Prozent, in Japan 53 Prozent und in den USA 47 Prozent. Dabei ist die Einstellung zum automatisierten Fahren unabhängig davon, welche Fahrzeugklasse die Befragten fahren. Eine weitere Erkenntnis der Befragung: Automatisiertes Fahren auf der Autobahn erfährt im Vergleich zum automatisierten Fahren in der Stadt eine stärkere Akzeptanz – gerade bei weiten Strecken bleibt so Zeit zu entspannen, etwas zu lesen oder auf Geschäftsreisen E-Mails zu beantworten. Unterstützung und Erleichterung erwarten viele vom automatisierten Fahren zudem in Stresssituationen, zum Beispiel bei schlechter Sicht oder im Stau. „Schon heute kann sich eine Mehrheit der Befragten die zukünftige Mobilität automatisiert vorstellen, unabhängig ob Fahrer eines Klein-, Mittel- oder Premiumfahrzeugs“, fasst Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control, die Umfrageergebnisse der Studie zusammen. Wie so häufig, werden es Technik-Begeisterte sein, die als „Early Adopter“ frühzeitig das automatisierte Fahren selbst erleben wollen, so die Auswertung der Marktstudie.

 

Beim automatisierten Fahren etwa auf der Autobahn kümmert sich das Fahrzeug alleine um Spurwechsel und den korrekten Sicherheitsabstand - der Fahrer kann sich währenddessen zurücklehnen.
Beim automatisierten Fahren etwa auf der Autobahn kümmert sich das Fahrzeug alleine um Spurwechsel und den korrekten Sicherheitsabstand – der Fahrer kann sich währenddessen zurücklehnen.
Foto: djd/Robert Bosch

 

Autofahren ist für viele ein Zeitkiller

 

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Die Zeit, die wir täglich im Auto verbringen, wird oft unterschätzt. Immerhin jeder Fünfte ist in Deutschland täglich ein bis zwei Stunden auf den Straßen unterwegs. Dies hat die Marktstudie im Auftrag von Bosch zum automatisierten Fahren ergeben. Die Mehrheit der befragten Bundesbürger (68 Prozent) benutzt das Auto täglich immerhin zwischen zehn Minuten und einer Stunde – wertvolle Zeit, die sich dank des automatisierten Fahrens anders nutzen ließe. Die Hände vom Steuer nehmen, stattdessen sich mit dem Infotainmentsystem des Fahrzeugs unterhalten: Was heute noch wie Science-Fiction klingt, dürfte in wenigen Jahren schon zum üblichen Straßenbild gehören.

 

Derzeit sind bereits Testfahrzeuge, die hochautomatisiert fahren, auf deutschen Autobahnen unterwegs.
Derzeit sind bereits Testfahrzeuge, die hochautomatisiert fahren, auf deutschen Autobahnen unterwegs.
Foto: djd/Bosch